2. Ausbildungswoche in der Sportschule Oberhaching 7.11.21 bis 12.11.21

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Tag 1:

Wenige Tage nach dem ersten Ausbildungswochenende in Kaufbeuren ging es für uns nun also an der renommierten Landessportschule in Oberhaching weiter.
Nach kurzem Einchecken an der Rezeption und der obligatorischen Überprüfung der 3G-Regeln konnten wir auch gleich unsere Zimmer für die nächsten Tage beziehen.
Vor dem großen Speisesaal wurden wir am frühen Abend vom Lehrgangsleiter Axel Rimpler sowie den uns schon bekannten Ausbildern Manni Schlüter, Klaus Merk und Dennis Geis (TL3 Anwärter des BLTV) wieder herzlich begrüßt. Aber natürlich haben wir uns auch sehr über das Wiedersehen mit den anderen Lehrgangsteilnehmern gefreut. Unsere Gruppe war zu diesem Zeitpunkt allerdings noch stark dezimiert: es fehlten leider vier der Teilnehmer. Für zwei sollte der Lehrgang auch leider auf Grund von Corona-Kontaktbeschränkungen schon zu Ende sein. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben!
Nach dem ersten gemeinsamen Abendessen ging es dann auch gleich mit dem ersten Theorieunterricht im sehr funktionalen Hörsaal los: Axel Rimpler sprach noch den Verlauf der kommenden Woche an, stellte uns die Sportschule vor und hielt einen sehr informativen Vortrag über den Aufbau der ABC-Ausbildung und des ABC-Trainings. Zum Schluss zeigte er uns noch die Räumlichkeiten der Schule: das Schwimmbad, die beeindruckenden Mehrfachturnhallen, die Räumlichkeiten für die anderen Sportarten (Squashcourts, Tischtennis, Gymnastik…), sowie die äußerst beliebten Aufenthalts- und Gesellschaftsräume.
Pünktlich um 20 Uhr war der offizielle Teil dann zu Ende. Die angehenden Trainer C berieten sich kurz und verabredeten sich zu einem Spaziergang auf dem Sportschulgelände: Dies war die Geburt eines abendlichen Frischluft-Rituals, welches sich die ganze Woche fortsetzen sollte.
Wieder zurück im Gebäude, trafen wir uns in einem der Gemeinschaftsräume, um die Eindrücke des Tages, die anstehenden Lehrproben und Prüfungen im Kreise der Teilnehmer zu besprechen aber auch um viele private Erlebnisse, Geschichten und Anekdoten aus dem jeweiligen Taucherleben zu erzählen. Man merkte es deutlich: Die Gruppe rückte immer enger zusammen.

Tag 2:

Nach einer erholsamen Nacht in den neuen Betten stand als erstes das Frühstücks-Buffet auf dem Programm. Frisch gestärkt ging es dann auch gleich für komfortable 3 Stunden ins Wasser: als Vorbereitung zu den Lehrproben standen die Inhalte der DTG-Ausbildungen im methodischen Praxisverlauf an. Bei den Übungen wie “Fuchsjagd”, “Rettung eines verunfallten Tauchers” und “Atemregler-Angeln” wurde den Teilnehmern anschaulich der systematische Aufbau einer Lehreinheit mit DTG nähergebracht.


DTG Ausbildung im Bad
Nach der Bad-Einheit war dann wieder Theorieunterricht angesagt. Manni erklärte uns die viele Aspekte der “Grundlagen der Vermittlung”.
Im Anschluss an die dringend notwendige Mittagspause, bei der sich erfreulicherweise auch wieder einer der fehlenden Teilnehmer dazu gesellte, stellten uns Axel und Manni den nächsten Referenten vor: Dieter Popel, Präsident des BLTV, hielt einen Vortrag über Versicherungen im Allgemeinen sowie die für uns zukünftigen Ausbilder und unsere Vereine angebotenen Versicherungen des VDST und des BLSV.
In der darauffolgenden Lehreinheit durften wir einen weiteren Referenten begrüßen: Uli Zimmermann, der uns mit seinem Vortrag über Wettkampfsportarten im VDST und der CMAS – explizit die Disziplinen Orientierungstauchen, Finswimming und Apnoewettkampf – näherbrachte.
Kurz nach dem Abendessen ging es dann auch gleich wieder ins kühle Nass: Wir durften verschiedene Flossenformen, die wir ja in der vorangegangenen Theorie schon kennengelernt hatten, ausprobieren und konnten am eigenen Leib erfahren, welch faszinierenden Geschwindigkeiten mit einer Monoflosse zu erreichen sind. Auch kam natürlich die ABC-Ausbildung wieder nicht zu kurz. Es wurde unter anderem auf die anstehenden ABC-Abnahmen und die Sicherung des Partners beim 50m-Streckentauchen eingegangen.
Nach einer heißen Dusche stand dann auch schon wieder ein Spaziergang, bei dem sich auch ein weiterer fehlender Teilnehmer zurückmeldete, sowie eine gemütliche Runde im Aufenthaltsbereich an…

Tag 3:

Der Dienstag begann nach einem stärkenden Frühstück am Beckenrand zur Abnahme der ABC-Anforderungen, wobei 50m Streckentauchen mit vollem Magen durchaus zur Herausforderung werden können. Nachdem die Abnahmen mit sehr gutem Erfolg abgearbeitet waren, hatten wir eine kurze wasserfreie Pause, die wir natürlich wieder mit Theorieunterricht füllten.
Vor dem Mittagessen ging es nochmals ins Schwimmbad-diesmal gingen wir in den Gruppen zusammen mit unseren Ausbildern in der Praxis nochmals die wichtigsten Dinge durch, auf die beim Ausbilden zu achten sind. Hierbei konnten gleich nochmals ein paar Sachen, für die am nächsten Tag anstehenden Lehrproben aufgeschnappt werden.


Falltraining mit Werner
Nach einer Theoriestunde mit Manni standen Ausgleichssportarten unter der Anleitung von Werner Enzinger an, einem ehemaligen TrC Lehrgangsteilnehmer und TL1 aus Rosenheim. Unsere Befürchtung diese Einheit mit Joggen verbringen zu müssen erfüllte sich zum Glück nicht und es wurde ein sehr spannender Nachmittag. Wir begannen mit einem kurzen Workout zum warm werden, anschließend beschäftigten wir uns mit dem richtigen Fallen. Dabei übten wir unter Werners Anleitung wie man mit aus dem Kampfsport abgeleiteten Techniken sich am besten bei Stürzen mit der Tauchausrüstung schützen kann. Den Abschluss der Stunde verbrachten wir mit “Wolken schieben”, wobei wir Bewegungsübungen aus dem Qigong machten.
Als letzte Veranstaltung des Tages unterrichtete uns Volker Patjens in der Theorie des Apnoetauchens. Themen waren z.B. die unterschiedlichen Apnoe Brevets, das richtige Sichern und Retten eines Apnoetauchers aber auch Atemtechniken und Hyperventilation, wobei gerade letzteres Thema viel Stoff für Fragen und Diskussionen bot (z.B. ab wann man spricht man von einer Hyperventilation?!?).
Zum Abschluss des Tages stand noch der mittlerweile zur Tradition gewordene Abendspaziergang an und anschließend noch das gesellige Beisammensitzen im Aufenthaltsbereich.
Und es erreichte uns noch eine leider traurige Nachricht: Die beiden noch fehlenden Trainer C – Kandidaten mussten den Kurs abbrechen. Die nötigen PCR-Tests ließen zu lange auf sich warten, so dass zu viel Unterricht versäumt wurde. Im Nachgang sehr ärgerlich, denn die Tests wären negativ gewesen. In Absprache mit der Lehrgangsleitung wurde jedoch jetzt schon vereinbart, dass die Beiden den Kurs beim nächsten Lehrgang weiterführen. Somit hat uns das Corona-Virus auch bei diesem Lehrgang ein paar Schwierigkeiten bereitet …

Tag 4:

Was am Vortag in der Theorie angesprochen wurde, fand nun Anwendung. So trafen sich um 08:00 Uhr alle zur gemeinsamen Apnoeeinheit unter Volkers Federführung. Ein besonderes Augenmerk lag auf dem richtigen Ausbleien, wobei sich der eine oder andere mit der mitgebrachten Menge ganz schön verschätzt hatte. Es wurde deutlich mehr benötigt als gedacht. Premiere feierte für viele von uns das “Halsblei”. Hierbei konnte die bei Anwendung großartige Wasserlage jeden überzeugen.
Nach einer kurzen Theorieeinheit und dem Mittagessen war es nun so weit, die ersten Lehrproben standen an. Unter den strengen Augen der Ausbilder wurde – was vorher nochmals mit seinen Schülern und Helfern einstudiert wurde – vorgeführt. Unsere Anspannung war durchaus zu spüren und die Ausbilder machten sich einen Spaß daraus uns mit versteinerter Miene aufzurufen und uns nach Nennung aller verbesserungswürdiger Punkte mitzuteilen das wir bestanden hatten.
In der nächsten Theorieeinheit wurden wir über die unterschiedlichen Trainingsmethoden unterrichtet, die wir im Anschluss gleich wieder im Wasser ausprobieren durften. Im Nachhinein stellt sich die Frage, was anstrengender war, das Schwimmen der Bahnen oder das Zählen der Pulsschläge in 15 Sekunden und die anschließende Multiplikation mit vier. Einen hohen Puls mitzuzählen ist dabei gar nicht so einfach, ein paar zählten beim ersten Mal statt dem Puls die Sekunden, für andere war das Kopfrechnen schwieriger. Immerhin das Kopfrechenproblem konnte teilweise auf die Ausbilder verlagert werden, indem die Zahl noch vor der Multiplikation laut ausgerufen wurde und beim absegnenden Nicken des Ausbilders ging es zur nächsten Einheit zurück auf die Bahn.
Im Anschluss standen nun nochmals Lehrproben an, die wie schon die Vorherigen souverän gehalten wurden.
Nach dem die beim Training verbrannten Kalorien beim Abendessen wieder aufgefüllt wurden, machten wir uns auf zu einem kleinen Spaziergang. Dieses Mal ließen wir auch unsere Ausbilder daran teilhaben.
Den Abschluss des Abends verbrachten wir mit gemeinsamen Kegeln. Hierbei übernahm Charly eine klasse Rolle als Kegelmeister, wobei er uns mit unterschiedlichsten und sehr unterhaltsamen Spielen durch den Abend führte.


Kegeln

Tag 5:

Nachdem der gestrige Tag nach dem leckeren Frühstücksbuffet tiefenentspannt mit einer Apnoe-Session gestartet war, erwartete uns heute genau das Gegenteil. Wettkampfsport in der Praxis in Form von Unterwasserhockey und Unterwasserrugby standen auf dem Plan. Wir starteten pünktlich um 08:00 Uhr am Beckenrand mit einer Einführung in den Unterwasserhockeysport und die benötigte Ausrüstung durch Ralph Cahn. Anschließend schnappten sich alle einen Schläger, einen Handschuh und eine Kappe und wir konnten endlich mal wieder ins kühle Nass. Die angenehme Kühle des Wassers verflog allerdings schnell bei den ersten Übungen zu Schläger- und Flossentechniken und wich spätestens zum Abschlussspiel der ein oder anderen Schnappatmung.


Anstoß beim Unterwasserhockey
Nach dem Hockey ist vor dem Rugby – das war das Motto dieses Morgens. Bei einer kurzen Oberflächenpause erklärte uns unser neuer Referent Rüdiger Hüls, was es mit dem Unterwasserrugby auf sich hat. Wir bekamen einen ersten Einblick in die Regeln, das Spielfeld und die Ausrüstung, bevor wir wieder ins Wasser durften, um mit ersten Passübungen zu beginnen. Die Übungen umfassten alle Varianten, vom einfachen Passen statisch unter Wasser bis hin zur Drehung beim Tauchen und Abspielen mit dem “Schokoladenhändchen”. Das Finale unserer morgendlichen Badeinheit bildete ein intensives Rugbyspiel, bei dem es zu dem ein oder anderen Maskenverlust in den Rangeleien kam, aber alle äußerst viel Spaß hatten.
Wieder im Hörsaal gab es ebenfalls durch Rüdiger Hüls einen Vortrag über die gesamten Wettkampfsportarten im VDST und bei der CMAS und deren Strukturen. Der Vortrag wurde durch anschauliche Videos der einzelnen Sportarten begleitet und besonders die doch eher unbekannte Wettkampfsportart “Sport Diving” stieß auf interessierte Ohren.
Im Anschluss an die hochverdiente Mittagspause ging es für uns alle wieder in das Hallenbad. Es standen die letzten drei Lehrproben an. So arbeiteten wir uns in den Lehrproben an diesem Tag vom Thema Zeittauchen über das Streckentauchen bis hin zum Thema Tarieren. Ergebnis: alle Bestanden!!!
Erleichtert ging es für uns nach der obligatorischen warmen Dusche wieder in den Hörsaal zu Christine Bühler, die uns die Verbandstrukturen von CMAS, VDST, BLTV, BLSV und DOSB näherbrachte. Die Zeit bis zum Abendessen wurde noch für einen kurzen Spaziergang an der frischen Luft zur Feier des Tages genutzt. ;)
Da wir bereits um 18 Uhr mit dem Abendessen fertig waren und ausnahmsweise kein offizielles Programm bis 20 Uhr auf unserem Stundenplan stand und die Gesellschaftsräumlichkeiten ebenfalls erst um 20 Uhr öffneten blieb unserer Gruppe nichts Anderes übrig, als einen weiteren Spaziergang auf dem weitläufigen Gelände in Oberhaching zu unternehmen. ;)
Ab 20 Uhr stand dann dem gemütlichen Zusammensitzen im Aufenthaltsbereich auch nichts mehr im Wege, es wurde viel erzählt und gelacht, alle waren über die bestandene Lehrprobe erleichtert. Unter Aufsicht von unserem Lehrgangsleiter Axel versuchten sich spät abends einige besonders Mutige an der Ausgleichssportart Bouldern an der Treppe der Sportschule.


Boulderhalle Oberhaching

Tag 6:

Ein letztes Mal hieß es aufstehen in Oberhaching und ein reichhaltiges Frühstücksbuffet genießen. Danach ging es mal wieder in den Hörsaal, doch diesmal trug keiner unserer üblichen Referenten vor, sondern wir durften dem ersten Probereferat von Maria über das Thema “Verletzungen durch Meerestiere” lauschen. Nach dem positiven Feedback durch unsere Ausbilder ging es ein letztes Mal ins Bad. Den Zeitslot, den wir nun im Bad hatten, war eigentlich noch für Lehrproben geplant. Da wir diese alle bereits gemeistert hatten, durften wir als Gruppe ein eigenes Training gestalten. Von Kraulübungen über Sprintwettkämpfe, bis hin zu Taucher-Polonaisen und Ruder-Neuner-Formationen war alles vertreten was das Herz höherschlagen lässt. Auch die ein oder anderen “lohnende” Pause.


Abschlussfoto beim Abschlusstraining

Nach dem Abschluss des Trainings im Warmwasserbecken ging es nochmal in den Hörsaal für die letzte kurze Einheit Theorie und den organisatorischen Abschluss der Woche.
Ein letztes Mal ging es im Anschluss für uns in die Kantine zum Mittagessen, bevor wir uns voneinander verabschieden mussten, um die Heimreise anzutreten.
Vielen Dank an unsere Lehrgangsleiter und Ausbilder für diese schöne, spaßige, lehrreiche, aber auch anstrengende Woche.
Markus, Tobias und Tim

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